Vertrauen in Unternehmen sinkt – Deutsche werden skeptischer in Sachen Datenschutz

Eine aktuelle Emnid Umfrage unter 1.000 Bundesbürgern zeigt: die Bürger misstrauen Unternehmen in Sachen Datenschutz immer mehr. 2009 wurde diese Umfrage zum ersten Mal durchgeführt, Schwerpunkt wie auch 2010: die Vertrauenswürdigkeit von Unternehmen beim Schutz persönlicher Informationen. Im Schulnotenprinzip wurden die Branchen Einzelhandel, Banken und Versicherungen, Online-Shops, öffentlicher Sektor, Telekommunikationsdienstleister sowie Transport und Verkehr bewertet.

Auf Platz 1 mit einer leichten Verbesserung gegenüber 2009 liegen Behörden und der öffentliche Sektor. Doch bereits hier zeigt sich, daß die Branchen kein überzeugendes Bild abgeben. Denn die beste Branchenbewertung liegt bei 2,9 (3,1 in 2009). 43% der Umfrageteilnehmer gaben den Behörden jedoch ein „gut“ und „sehr gut“.

Das Vertrauen in den Finanzsektor ist unabhängig von seiner Verantwortlichkeit für die Weltwirtschaftskrise nur um 0,1 auf die Note 3,3 gefallen. Unternehmen der Branche Transport und Verkehr müssen ebenfalls einen Vertrauensrückgang um 0,1 auf 3,4 hinnehmen. Der Einzelhandel bekommt die Auswirkungen zahlreicher Mitarbeiterbespitzelungen zu spüren und steht mit der Note 3,7 (Vorjahr 3,5) auf Platz 4. Schlechter als ausreichend werden die Branchen Telekommunikation und Internet Service Provider bewertet. Zumindest die Benotung blieb mit 4,2 gegenüber 2009 gleich. Eine Verbesserung war in Anbetracht der pressewirksamen Spähaktionen nicht zu erwarten.

Auf dem letzten Platz landen die Online Shops mit 4,4 (4,4 im Vorjahr). Zahlreiche vertrauensbildende Maßnahmen wie Gütesiegel und Treuhandservice konnten keine positive Veränderung herbeiführen. 28% der Befragten sprachen Ihr Mißtrauen gegenüber dem Internethandel und seinem Umgang mit personenbezogenen Daten mit der Note 6 aus.

Es zeigt sich erneut, es gibt noch viel zu tun. Während die Bürger stetig mehr auf das Thema Datenschutz und Recht auf informationelle Selbstbestimmung achten, hinken Unternehmen und Behörden hinterher. Und das obwohl das Bundesdatenschutzgesetz für alle Unternehmen und Behörden verpflichtend ist. Sensibilisierung und Aufklärung sind hier gefordert. Datenschutz sollte nicht als (gesetzliche) Last empfunden werden, sondern als Chance, als Qualitätsmerkmal, als vertrauensbildende Maßnahme, als Kundenbindungsinstrument, als Mittel zur Erhöhung der allgemeinen Datensicherheit im Unternehmen und der damit verbundenen Kostensenkungspotentiale sowie minimierten Ausfallrisiken.

Bei der Umsetzung unterstütze ich Sie in meiner Tätigkeit als Berater für Datenschutz und Datensicherheit. Zusätzlich stehe ich als (externer) betrieblicher Datenschutzbeauftragter für Ihr Unternehmen zur Verfügung. Ob Sie zur Bestellung eines Datenschutzbeauftragten verpflichtet sind, können Sie im Beitrag „Wer benötigt einen Datenschutzbeauftragten?“ nachlesen. Mehr über meine Dienstleistungen erfahren Sie hier.

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