Hacking und Datenpannen 2019 2020

Im vori­gen Post haben wir über das Image von und den Umgang mit Daten­pan­nen berich­tet. Dabei haben wir ver­sucht, dem durch­schnitt­li­chen Daten­pan­nen-Ver­ur­sa­cher ein Stück weit die Angst davor zu neh­men, sol­che Ereig­nis­se pro­fes­sio­nell fest­zu­stel­len und an die Auf­sichts­be­hör­den zu mel­den. Aller­dings tra­ten und tre­ten Sicher­heits­lü­cken, Hacking und Daten­pan­nen welt­weit und hier­zu­lan­de auf, die kei­nes­wegs amü­sant oder hin­nehm­bar sind. Betrach­tet wer­den hier­bei die letz­ten zwölf Monate. 

2019-04 - 540 Mil­lio­nen Face­book-Kun­den­da­ten auf öffent­lich zugäng­li­chen Ser­vern 

Zwei Koope­ra­ti­ons­part­ner des bekann­tes­ten Online Social Media Netz­werks haben Daten von Face­book auf offen zugäng­li­chen Ama­zon-Ser­vern gespei­chert. Dabei han­delt es sich um 

  • das Unter­neh­men Cul­tu­ra Colec­ti­va, das Account­na­men, Kom­men­ta­re und Likes frei zugäng­lich im AWS Cloud Dienst speicherte 
  • die Ent­wick­ler­fir­ma der Face­book App «At the Pool», die Pass­wör­ter im Klar­text von 22 000 Face­book Nut­zern auf öffent­lich zugäng­li­chen Ser­ver­be­rei­chen speicherte. 

Im Lich­te des Cam­bridge Ana­ly­ti­ca Skan­dals, bei dem Infor­ma­tio­nen über Mil­lio­nen Face­book-Nut­zer an das gleich­na­mi­ge Unter­neh­men zwecks Ana­ly­sen wei­ter­ge­ge­ben wur­den, war Face­book bereits unter Daten­schutz-Druck gera­ten. Die Zukunft wird zei­gen, ob aus den Ereig­nis­sen Lern­er­fol­ge gezo­gen wer­den konn­ten. Ein gewis­ser Trost dürf­te mög­li­cher­wei­se dar­in bestehen, dass Face­book Pro­fi­le ohne­hin über­wie­gend zur Ver­öf­fent­li­chung geschön­ter und damit allen­falls bedingt rea­ler per­so­nen­be­zo­ge­ner Infor­ma­tio­nen genutzt wer­den 🙂 Das schmä­lert jedoch nicht die Bri­sanz die­ser Datenpanne. 

2019-05 — Hacking und Daten­pan­nen im Arztbereich 

Der Lan­des­be­auf­trag­te für den Daten­schutz und die Infor­ma­ti­ons­frei­heit Baden-Würt­tem­berg (LfDI) beklagt die hohe Anzahl von daten­schutz­be­zo­ge­nen Sicher­heits­vor­fäl­len in Arzt­pra­xen. Hacking wie Ver­schlüs­se­lungs­tro­ja­ner und Fehl­ver­sand von Pati­en­ten­be­rich­ten, Rezep­ten und Rönt­gen­bil­dern bil­de­ten dabei die Spit­ze des Eis­bergs. Ins­be­son­de­re bei der Ver­ar­bei­tung solch sen­si­bler Pati­en­ten­da­ten sei­en star­ke tech­ni­sche und orga­ni­sa­to­ri­sche Maß­nah­men (TOM) „wie Daten­si­che­rung, Ver­schlüs­se­lung, Schu­lung und Sen­si­bi­li­sie­rung“ unabdingbar. 

2019-08 — Hacking — Daten von 106 Mil­lio­nen Bank­kun­den der Capi­tal One erbeu­tet 

Einer Hacke­rin, die in der Ent­wick­lungs­ab­tei­lung des genutz­ten Ama­zon Cloud Ser­vices AWS der US-Bank Capi­tal One gear­bei­tet hat­te, gelang es, von den Sys­te­men der Bank per­so­nen­be­zo­ge­ne Daten zu Kre­dit­kar­ten und ‑anträ­gen zu erbeu­ten. Betrof­fen waren nebst Stamm- und Kon­takt­da­ten die ange­ge­be­nen Ein­kom­men, Infor­ma­tio­nen zur Kre­dit­wür­dig­keit und Ver­fü­gungs­rah­men. Laut Aus­sa­ge der Bank soll nicht an einer Schwach­stel­le des Cloud Ser­vices, son­dern die man­gel­haf­te Kon­fi­gu­ra­ti­on eine Fire­wall gehan­delt haben. 

2019-08 — Daten­pan­ne im Hau­se Twit­ter 

Twit­ter teil­te mit, dass mehr als zwölf Mona­te lang Daten von ca 300 Mil­lio­nen Twit­ter Usern mit Wer­be­kun­den ohne ent­spre­chen­de Ein­wil­li­gung geteilt wur­den. Ver­bots­wid­rig wur­den somit Daten an exter­ne Emp­fän­ger wei­ter­ge­ge­ben. Betrof­fen gewe­sen sei­en laut Twit­ter Daten über Kon­sum­dau­er von Wer­be­an­zei­gen. Mail­kon­ten und Pass­wör­ter waren lt. Twit­ter nicht betroffen. 

2019-09 — Hacking nicht not­wen­dig — Fahr­läs­sig­keit bei Mil­lio­nen von Pati­en­ten­da­ten 

Hoch­sen­si­ble Daten­sät­ze von welt­weit meh­re­ren Mil­lio­nen Pati­en­ten, davon mehr als 13.000 Daten­sät­ze aus Deutsch­land, online unver­schlüs­selt und frei ver­füg­bar auf hun­der­ten von unge­si­cher­ten Ser­vern. Der Bun­des­da­ten­schutz­be­auf­trag­te Ulrich Kel­ber hat­te einen “ver­hee­ren­den ers­ten Ein­druck” von dem Skan­dal. Eine Kol­la­bo­ra­ti­on des Baye­ri­schen Rund­funks und Pro­Pu­bli­ca deck­ten die­sen inter­na­tio­nal bestehen­den, und bis heu­te nicht besei­tig­ten bei­na­he nicht fass­ba­ren Miss­stand auf. Laut BR sei­en u.a. Daten wie Brust­krebsscree­nings, Wir­bel­säu­len­bil­der, Rönt­gen­auf­nah­men eines Brust­korbs etc., ein­schließ­lich zuge­hö­ri­ger Behand­lungs­in­for­ma­tio­nen betrof­fen. Eine 2016 ver­öf­fent­lich­te Stu­die des Har­vard-Pro­fes­sors Oleg Pia­nykh wur­de in Fach­krei­sen zu Kennt­nis genom­men, führ­ten jedoch zu kei­ner Ver­bes­se­rung der Zustän­de. Für die­je­ni­gen Daten­sät­ze, die trotz des bis heu­te akut bestehen Pro­blems nicht in die Hän­de von Unbe­fug­ten /​ Hackern gelangt sind, gilt, dass sich dies dem rela­ti­ven Des­in­ter­es­se von Hackern auf Grund der nur sehr beding­ten Ver­wert­bar­keit pri­va­ter Gesund­heits­da­ten verdankt. 

Datenpannen in Transparenz

Hat­ten Sie 2020 in Ihrer Orga­ni­sa­ti­on eine Daten­pan­ne? Wenn Sie direkt Nein sagen, gehö­ren Sie ent­we­der zu den episch sel­te­nen Fäl­len, in denen der Fak­tor Mensch sowie tech­ni­sche und orga­ni­sa­to­ri­sche Maß­nah­men zu 100% dis­zi­pli­niert sind oder es gibt bei der inter­nen /​ exter­nen Kom­mu­ni­ka­ti­on ein­fach noch Opti­mie­rungs­be­darf bei der Iden­ti­fi­ka­ti­on und Bewer­tung von Daten­pan­nen nach Art. 33 und 34 DSGVO. 

Ver­mei­den und kom­mu­ni­zie­ren 

Es ist bereits die hal­be Mie­te, Daten­pan­nen prä­ven­tiv — u.a. durch star­ke IT-Sicher­heit, die rich­ti­ge Soft­ware­im­ple­men­tie­rung und kla­re Richt­li­ni­en — auf einen Bruch­teil zu redu­zie­ren. Und zusätz­lich sein Per­so­nal auf einem Sen­si­bi­li­täts­ni­veau zu haben, dass es Ver­stö­ße gegen Daten­schutz /​ Infor­ma­ti­ons­si­cher­heit sowie ent­spre­chen­de Ver­dachts­fäl­le angst­frei und pro­ak­tiv intern mit­teilt und einer sach­ge­mä­ßen Doku­men­ta­ti­on zuführt, ist die Königs­klas­se des geleb­ten Datenschutzes. 

Mel­dun­gen von Daten­pan­nen 

Seit dem Wirk­sam­wer­den der DSGVO wird ein erheb­li­cher Anstieg der Mel­dun­gen von Daten­pan­nen ver­zeich­net. Eine Mel­dung ist nach den Kri­te­ri­en des Art. 33 DSGVO gesetz­li­che Pflicht. Mehr als 40.000 Daten­pan­nen wur­den seit DSGVO-Ein­füh­rung euro­pa­weit (Bericht der EU-Kom­mis­si­on) und weit über 10.000 in Deutsch­land allein für 2019 gemel­det. Dabei sind die Gewich­tun­gen in den Bun­des­län­dern sehr unter­schied­lich. Wäh­rend das Baye­ri­sche Lan­des­amt für Daten­schutz­auf­sicht (BayL­DA) „einen gro­ßen Anteil“ sei­ner täg­li­chen Arbeit in der Bear­bei­tung von Daten­schutz­ver­let­zun­gen mit 4.111 gemel­de­ten Daten­pan­nen in 2019 sieht, wird den 349 in 2019 dem Unab­hän­gi­gen Lan­des­zen­trum für Daten­schutz in Schles­wig-Hol­stein gemel­de­ten Daten­pan­nen ver­ständ­li­cher­wei­se reser­viert begegnet. 

Dun­kel­zif­fer von Daten­pan­nen 

Eine höhe­re Trans­pa­renz durch mehr Mel­dun­gen und, ins­be­son­de­re im EU-Ver­gleich, hohes Pflicht­be­wusst­sein sind sehr gute Ten­den­zen. Aller­dings müss­ten es rea­lis­tisch betrach­tet noch wesent­lich mehr Mel­dun­gen sein. In Deutsch­land sind mehr als 3 Mil­lio­nen Unter­neh­men ange­mel­det, hin­zu kom­men die staat­li­chen Ein­rich­tun­gen und ande­re Stel­len, die aus der DSGVO her­aus zur Mel­dung von Daten­pan­nen nach Art. 33 DSGVO ver­pflich­tet sind. 

Auf­sichts­be­hör­den 

Mel­dun­gen von Daten­pan­nen müs­sen durch­aus nicht mit Nach­fra­gen, Vor­ort­kon­trol­len oder Buß­gel­dern ver­bun­den sein. Viel­mehr kommt es den Auf­sichts­be­hör­den auch kon­kret inhalt­lich auf Erkennt­nis­se an, in wel­chen Berei­chen nach­ge­steu­ert wer­den muss. Im Ver­gleich zu auf­ge­flo­ge­nen Daten­schutz­ver­stö­ßen wird das akti­ve Mel­den honoriert. 

Nicht nur Unter­neh­men, son­dern auch öffent­li­che Ein­rich­tun­gen wur­den von den Daten­schutz­auf­sich­ten einer nähe­ren Prü­fung unter­zo­gen, wobei zu bei­den Berei­chen posi­ti­ve wie nega­ti­ve Ergeb­nis­se fest­ge­hal­ten wurden. 

Daten­pan­nen bit­te doku­men­tie­ren /​ mel­den 

Es liegt nahe, dass sich Orga­ni­sa­tio­nen eher unglaub­wür­dig machen, wenn kei­ner­lei Daten­pan­nen gemel­det bzw. doku­men­tiert sind. Es emp­fiehlt sich, Daten­pan­nen und ver­gleich­ba­re Auf­fäl­lig­kei­ten gene­rell — z.B. in Check­lis­ten­form — zu doku­men­tie­ren. Das Gesetz befreit per Art. 33 Abs. 1 DSGVO von der Mel­de­pflicht, wenn „die Ver­let­zung des Schut­zes per­so­nen­be­zo­ge­ner Daten vor­aus­sicht­lich nicht zu einem Risi­ko für die Rech­te und Frei­hei­ten natür­li­cher Per­so­nen führt.“ Reich­lich unprä­zi­se wird hier ein ein­zel­fall­be­zo­ge­ner Ermes­sens­spiel­raum eröff­net. Das heißt für harm­lo­se (=nicht mel­de­pflich­ti­ge) Fäl­le: Das Ereig­nis wird intern doku­men­tiert und man stimmt sich mit sei­nem Daten­schutz­be­auf­trag­ten über eine fall­ge­rech­te Abgren­zung ab und das war´s. 

Für mel­de­pflich­ti­ge Fäl­le ste­hen übli­cher­wei­se Online-For­mu­la­re auf den Web­sei­ten der Auf­sichts­be­hör­den zur Verfügung. 

Druck­frisch zu berich­ten — die Lan­des­be­auf­trag­te für Daten­schutz und Infor­ma­ti­ons­frei­heit der Auf­sichts­be­hör­de Unab­hän­gi­ges Daten­schutz­zen­trum Saar­land (UZD) hat die­ser Tage den 28. Tätig­keits­be­richt im Daten­schutz für das Saar­land vor­ge­legt (Land­tags­druck­sa­che Saar­land 16/​1200). Dar­in wur­de unter ande­rem auf kon­kre­te, ein­zel­fall­be­zo­ge­ne Ent­wick­lun­gen und Maß­nah­men, erfolg­te Vor­trä­ge, Ver­fah­ren und Bera­tun­gen sowie auf fach­li­che Aspek­te der DSGVO-Vor­ga­ben und ‑umset­zun­gen und Recht­spre­chung detail­liert eingegangen.

News in 2019

Im Jahr 2019 wur­den zwei neue Stel­len für Mit­ar­bei­ter im UDZ vom Land­tag Saar­land bewil­ligt, die erfolg­reich besetzt wur­den, aller­dings sieht das UDZ hier quan­ti­ta­ti­ven Optimierungsbedarf.

Die Web­site des UDZ wur­de mit einem neu­en CMS ange­bun­den und hat ein neu­es Design bekom­men mit Opti­mie­rung auf Bar­rie­re­frei­heit, der Mel­de- und Kon­takt­for­mu­la­re sowie für Mobilgeräte.

Vor dem Hin­ter­grund der Not­wen­dig­keit, wach­sen­den Anfor­de­run­gen, recht­li­chen Vor­ga­ben und einer effek­ti­ven, ange­mes­se­nen Abwehr von Cyber-Angrif­fen kos­ten­ef­fi­zi­ent nach­zu­kom­men, wur­de in dem Bericht die Ein­füh­rung eines ISMS erläu­tert und dabei ins­be­son­de­re ISIS12 „als prag­ma­ti­sches und leicht ska­lier­ba­res Vor­ge­hens­mo­dell“, das auch gera­de Kom­mu­nen eine gute Ver­bin­dung von den Vor­ga­ben und rea­len Res­sour­cen ermögliche.

Der gesam­te Pro­zess von der Sen­si­bi­li­sie­rung der Mit­ar­bei­ter, Ein­schät­zung der Gefähr­dungs­la­ge bis hin zur Abwehr von Angrif­fen kann durch ein ISMS wie ISIS12 gesteu­ert und über­wacht wer­den.

Nach der Imple­men­tie­rung und einem TOM-bezo­ge­nen Audit wur­de das UDZ zum 09.10.2019 zertifiziert.

Bera­tun­gen und Öffentlichkeitsarbeit

Das UDZ hat im Berichts­jahr 50 Ver­an­stal­tun­gen zur Infor­ma­ti­on und Sen­si­bi­li­sie­rung zum Daten­schutz und der DSGVO aus­ge­rich­tet, bei denen es unter ande­rem schwer­punkt­mä­ßig um Aus­le­gungs­fra­gen der DSGVO ging. Ins­ge­samt sieht man auch bei der Öffent­lich­keit ein stei­gen­des Inter­es­se an Daten­schutz­the­men und ‑fra­gen.

In Bezug auf das im Dezem­ber 2019 beschlos­se­ne Jus­tiz­voll­zugs­da­ten­schutz­ge­setz, bei des­sen Ent­wür­fen das UZD bera­tend invol­viert war, stellt der Bericht fest, dass man sich eine umfas­sen­de Moder­ni­sie­rung des Daten­schutz­rechts auch in die­sem Bereich gewünscht hätte.

Die UDZ nahm an Bera­tungs­ge­sprä­chen mit der Enquête­kom­mis­si­on „Digi­ta­li­sie­rung im Saar­land“ teil und führ­te hier unter ande­rem die wich­ti­ge Rol­le des Daten­schut­zes in der Ent­wick­lung des E‑Government aus.

In Brüs­sel tausch­te man sich bei der EU-Ver­tre­tung des Saar­lan­des über die inner­eu­ro­päi­sche Zusam­men­ar­beit der Daten­schutz­be­hör­den aus. In den 154 Fäl­len nahm die Lan­des­da­ten­schutz­be­hör­de ihre Ver­fah­rens­zu­stän­dig­keit iSd. Art. 56 DSGVO in Bezug auf inner­eu­ro­päi­sche, län­der­über­grei­fen­de Ver­ar­bei­tun­gen wahr. Die Behör­de war an elf Recht­set­zungs­vor­ha­ben beteiligt.

Daten­schutz­ver­let­zun­gen nach Art. 33 DSGVO

Dem Bericht zufol­ge wur­den im ver­gan­ge­nen Jahr 286 Daten­schutz­ver­let­zun­gen an die Lan­des­da­ten­schutz­be­hör­de gemel­det und elf amt­li­che Maß­nah­men iSd. Art. 58 DSGVO zur Prä­ven­ti­on von Daten­pan­nen vor­ge­nom­men. Den Anstieg der Mel­dun­gen von Daten­pan­nen wird auf höhe­re Kri­te­ri­en durch die DSGVO, aber auch eine höhe­re Sen­si­bi­li­tät für Daten­schutz­the­men gesehen.

Prü­fun­gen

In sei­nem Bericht spricht das UZD von „meh­re­ren Prü­fun­gen“, die — meist anlass­be­zo­gen und oft im Kon­text des Beschäf­tig­ten­da­ten­schut­zes — in 2019 in Ein­rich­tun­gen sowohl ange­kün­digt als auch unan­ge­kün­digt durch­ge­führt wur­den. Kri­te­ri­um für die Fra­ge der Vor­ab­an­kün­di­gung sei die Abwä­gung der Wahr­schein­lich­keit eines Weg­falls des Prüf­ge­gen­stands durch Mani­pu­la­ti­on im Fal­le der Ankün­di­gung. Im Vor­feld wür­den Prüf­ge­gen­stand und ‑ablauf klar defi­niert und im Regel­fall zunächst die Vor­la­ge von VVT, einer DSFA „oder zumin­dest [..] Risi­ko­be­wer­tung“, der TOM, Doku­men­ta­tio­nen zum Umgang mit Betrof­fe­nen­rech­ten, Lösch­fris­ten und wei­te­re Daten­schutz­kri­te­ri­en vor Ort ange­for­dert. Dar­auf­fol­gend die Prü­fung des kon­kre­ten Anlas­ses und Ver­fer­ti­gung einer Kurz­zu­sam­men­fas­sung vor Ort, die zusam­men mit dem Ver­ant­wort­li­chen erör­tert wird.

Der eigent­li­che Prüf­be­richt wird der Ein­rich­tung /​ dem Ver­ant­wort­li­chen zuge­stellt und die­ser kann dazu Stel­lung neh­men. Gege­be­nen­falls erfol­gen Abhil­fe­maß­nah­men nach Art. 58 Abs. 2 DSGVO und die Ver­hän­gung einer Geldbuße.

Das UZD führ­te nach der Ein­füh­rung des Ein­sat­zes von Body-Cams bei der Poli­zei Saar­land Stich­pro­ben durch, bei denen es erheb­li­che Defi­zi­te bei der Ein­hal­tung der Daten­schutz­vor­ga­ben fest­ge­stellt hat.

Bei der Prü­fung von BCR (Bin­ding Cor­po­ra­te Rules) zur Daten­si­cher­heit inner­halb inter­na­tio­nal agier­den­der Kon­zern­struk­tu­ren iSd. Art. 47 DSGVO war das UDZ in 2019 ins­ge­samt zwei­mal betei­ligt — bei 20 BCR-Ver­fah­ren europaweit.

Rechen­schafts­pflicht Großunternehmen

Ende 2018, Anfang 2019 wur­den drei der größ­ten Unter­neh­men des Saar­lands um Rechen­schaft ersucht hin­sicht­lich DSGVO Umset­zungs­stand, VVT, Risi­ko­ab­schät­zun­gen und Pro­zes­se und die daten­schutz­kon­for­me Ver­ar­bei­tung von per­so­nen­be­zo­ge­ner Daten im all­ge­mei­nen sowie im Detail.

Wei­te­re Themen

Der Bericht ent­hält außer­dem detail­lier­te Kapi­tel unter ande­rem zu Rechts­fra­gen, recht­li­chen Aus­le­gun­gen und Bewer­tun­gen sowie Rechts­an­wen­dung der DSGVO, die inter­es­san­te und wich­ti­ge Aspek­te beleuchten:

  • Infor­ma­ti­ons­pflich­ten
  • Aus­kunfts­recht
  • Abgren­zung der klas­si­schen AV zur Gemein­sa­men Verantwortlichkeit
  • DSFA
  • Zer­ti­fi­zie­rung und Akkreditierung
  • Fashion ID
  • Planet49
  • Ori­en­tie­rungs­hil­fe Tele­me­di­en der DSK
  • ePri­va­cy-Ver­ord­nung
  • Win­dows 10
  • Daten­schutz­kon­for­me Nut­zung von Whats­App im Rah­men kom­mu­na­ler Bürgerdienste
  • Strea­ming von Ratssitzungen
  • Nut­zung von Geodaten
  • Tele­ar­beit bei der Polizei
  • Licht­bild­ab­gleich in Ord­nungs­wid­rig­kei­ten­ver- fahren
  • Foto­gra­fie­ren an Schu­len und Kindergärten
  • Video­über­wa­chung
  • Daten­schutz im Verein
  • Daten­schutz­recht­li­che Bewer­tung tele­fo­ni­scher Werbeansprachen
  • Ein­sicht in die Patientenakte

Den Bericht fin­den Sie im pdf Voll­text auf der Web­site der Lan­des­be­auf­trag­ten für Daten­schutz und Infor­ma­ti­ons­frei­heit der Auf­sichts­be­hör­de Unab­hän­gi­ges Daten­schutz­zen­trum Saar­land — UZD.

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Mann Ärger Haare raufen

Wie­so bis­her ein Pass­wort dau­ernd gewech­selt wer­den musste

8 Sei­ten, die es in sich haben. Die “NIST Spe­cial Publi­ca­ti­on 800–63. Appen­dix A”. Ver­fasst 2003 von Mis­ter Bill Burr. Sei­ner­zeit Mit­ar­bei­ter des Natio­nal Insti­tu­te of Stan­dards and Tech­no­lo­gy (NIST). Das NIST ist eine US-Behör­de, die unter ande­rem für Tech­no­lo­gie­stan­dards zustän­dig ist. Die dama­li­ge Emp­feh­lung hielt Ein­zug in die Sicher­heits­li­te­ra­tur und hält sich seit­her dort hart­nä­ckig. Auch der BSI IT-Grund­schutz und ande­re Sicher­heits­stan­dards bau­en auf die­ser Emp­feh­lung auf. Nach sei­ner Pen­sio­nie­rung fand Burr offe­ne Wor­te für sei­ne dama­li­ge Emp­feh­lung ein siche­res Pass­wort: “Ich bereue den Passwort-Wahnsinn”

Bis­her galt ein Pass­wort als sicher, wenn es kom­plex war und dau­ernd geän­dert wurde

Das NIST emp­fahl bis­her zur Passwortsicherheit:

  1. Pass­wör­ter sol­len kom­plex sein (Groß­schrei­bung, Klein­schrei­bung, Zah­len, Sonderzeichen)
  2. Pass­wör­ter sol­len alle 90 Tage gewech­selt werden

Im Ergeb­nis fluch­ten die End­an­wen­der rund um den Glo­bus. Siche­rer sind Pass­wör­ter hier­durch nicht gewor­den. Dafür haben die­se Emp­feh­lun­gen viel Ner­ven und Zeit gekostet.

“Ich bereue den Passwort-Wahnsinn”

In einem Inter­view hat sich der nun in Ren­te ste­hen­de Burr gegen­über der Washing­ton Post geäu­ßert. “Die Wahr­heit ist: Ich war auf dem fal­schen Damp­fer.” Wir haben auf unse­rem Sicher­heits­blog in 2016 bereits einen Arti­kel hier­zu ver­fasst “Über Bord mit ver­al­te­ten star­ren Pass­wort-Richt­li­ni­en”.

Das NIST hat nun im Som­mer 2017 die­se 14 Jah­ren alten Emp­feh­lun­gen und Rege­lun­gen zur Pass­wort­si­cher­heit kom­plett über­ar­bei­tet. Und die­sen Wahn­sinn damit hof­fent­lich gestoppt. Bis sich das in der Lite­ra­tur und erst recht in der Pra­xis durch­setzt, wird es jedoch eini­ge Zeit brau­chen. Im Final Draft zum Bau­stein ORP4 des BSIFinal Draft zum Bau­stein ORP4 des BSI (IT-Grund­schutz) heißt es im Okto­ber 2019:

IT-Sys­te­me oder Anwen­dun­gen SOLLTEN NUR mit einem vali­den Grund zum Wech­sel des Pass­worts auf­for­dern. Rei­ne zeit­ge­steu­er­te Wech­sel SOLLTEN ver­mie­den wer­den. Es MÜSSEN Maß­nah­men ergrif­fen wer­den, um die Kom­pro­mit­tie­rung von Pass­wör­tern zu erken­nen. Ist dies nicht mög­lich, so SOLLTE geprüft wer­den, ob die Nach­tei­le eines zeit­ge­steu­er­ten Pass­wort­wech­sels in Kauf genom­men wer­den kön­nen und Pass­wör­ter in gewis­sen Abstän­den gewech­selt werden.

In den aktu­ell (Stand 02/​2020) ver­öf­fent­lich­ten Bau­stein OPR4Bau­stein OPR4 hat dies lei­der noch kei­nen Ein­zug gefun­den. Aber die Rich­tung stimmt.

Eine siche­re Passwort-Richtlinie

Die aktua­li­sier­ten Pass­wort­emp­feh­lun­gen lau­ten (zusam­men­ge­fasst):

  • Kei­ne Son­der­zei­chen mehr: Eine Aus­wahl an Groß- und Klein­buch­sta­ben zusam­men mit Zah­len ist aus­rei­chend. Besser ..
  • Län­ge­re Pass­wör­ter: Ein um nur einen Buch­sta­ben ver­län­ger­tes Pass­wort ver­grö­ßert den Such­raum für Pass­wort­kna­cker mehr als ein Son­der­zei­chen. 12 Stel­len sind Mini­mum, bes­ser 20, Opti­mum 64. Dabei dür­fen durch­aus gan­ze Sät­ze zum Ein­satz kom­men. Solan­ge es sich dabei nicht um bekann­te Zita­te oder Rede­wen­dun­gen han­delt (Risi­ko Wörterbuchattacke!).
  • Kei­ne regel­mä­ßi­gen Ände­run­gen mehr: Es erhöht sich ledig­lich die Gefahr des Ver­ges­sens oder Auf­schrei­bens von Pass­wör­tern. Das schafft kei­ne Sicher­heit, im Gegenteil!
  • Kei­ne Sicher­heits­fra­gen zur Frei­schal­tung: Wo liegt die Sicher­heit, wenn sich die Fra­ge “Wie heißt ihr Haus­tier?” aus dem öffent­li­chen Face­book Pro­fil eines Nut­zers beant­wor­ten lässt?

Wir emp­feh­len zusätz­lich eine Bedro­hungs­ana­ly­se für die zu schüt­zen­den Log­ins. Grei­fen wei­te­re Sicher­heits­maß­nah­men wie auto­ma­ti­sche Sper­re nach x Fehl­ver­su­chen , kön­nen auch kür­ze­re Pass­wör­ter durch­aus Sinn machen. Beant­wor­ten Sie sich doch ein­fach mal die Fra­ge, wie­so Ban­ken eine EC-Kar­te mit einer PIN aus 4 Zif­fern schüt­zen? Weil Sie kei­ne Ahnung von Sicher­heit und Risi­ken haben? Oder weil die Kar­te nach 3 Fehl­ver­su­chen ein­fach gesperrt wird?

Natür­lich kann es zwin­gen­de Grün­de geben, ein Pass­wort doch mal zu ändern:

  • Es hat jemand bei der Ein­ga­be des Pass­worts zuge­se­hen (Shoul­der Surfing)
  • Sie haben Ihr Pass­wort wei­ter­ge­ge­ben, statt einen Stell­ver­tre­ter­zu­griff einzurichten
  • Ihre Zugangs­da­ten wer­den bei „Have I been paw­ned“„Have I been paw­ned“ oder auch dem Iden­ti­ty Leak Che­ckerIden­ti­ty Leak Che­cker des HPI (umfang­rei­cher als HIBP) als kom­pro­mit­tiert gemeldet

Aber nur weil jedes Jahr der sog. „Chan­ge your Password“-Day aus­ge­ru­fen ist, brau­chen Sie nicht aktiv zu werden.

In vie­len Fäl­len kann als wei­te­re — unab­hän­gi­ge — Schutz­maß­nah­me auch eine Zwei-Fak­tor-Authen­ti­fi­zie­rung (2FA) zum Ein­satz kom­men und sehr nütz­lich sein. Neben dem Log­in mit Benut­zer­na­me und Pass­wort wird über eine wei­te­re unab­hän­gi­ge Kom­po­nen­te (Fak­tor) ein mehr­stel­li­ger Code zeit­ab­hän­gig gene­riert, der zusätz­lich ange­ge­ben wer­den muss. Die­se Kom­po­nen­te kann ein Hard­ware-Token, eine Key­card oder auch ein Smart­pho­ne sein. Es gibt zahl­rei­che wei­te­re Mög­lich­kei­ten für eine 2FA (Bei­trag auf Wiki­pe­dia mit Erklä­run­gen). Durch die Kom­bi­na­ti­on die­ser bei­den von­ein­an­der unab­hän­gi­gen not­wen­di­gen Anga­ben für den Log­in ent­steht ein sehr hoher Schutz. Vor­aus­ge­setzt, auf den zwei­ten Fak­tor wird gut auf­ge­passt (Schutz des Smart­pho­nes mit Code-Sper­re bei Inak­ti­vi­tät, Absi­che­rung der 2FA App auf dem Smart­pho­ne mit wei­te­rem Code oder Fingerprint).

Suchen Sie Argu­men­te, die haus­in­ter­ne Pass­wort­richt­li­nie zeit­ge­mäß und sicher umzu­ge­stal­ten? Ori­en­tie­ren Sie sich an der neu­en NIST Poli­cy. Fak­ten zu den Mythen und Irr­tü­mern als Argu­men­ta­ti­ons­hil­fe fin­den Sie in unse­rem Blog­bei­trag “Über Bord mit ver­al­te­ten star­ren Pass­wort-Richt­li­ni­en”.

Sinn­voll ist es sicher­lich, Admin-Kenn­wör­ter stren­ge­ren Schutz­re­ge­lun­gen zu unter­wer­fen. Ser­ver­diens­te soll­te nicht nicht als Haupt­ad­min lau­fen, son­dern einen eige­nen Diens­te-Admin erhal­ten. Admi­nis­tra­to­ren ver­fü­gen über zwei Nut­zer­ac­counts: Den per­so­nen­be­zo­ge­nen Admi­nis­tra­ti­ons­ac­count und einen Stan­dard­nut­zer. Kei­ne Admin-Auf­ga­be zu erle­di­gen, dann wird auch nur im Stan­dard­nut­zer gear­bei­tet. Und eigent­lich selbst­er­klä­rend: Admi­nis­tra­ti­ons-Accounts haben per Grup­pen­richt­li­nie kei­nen Zugriff auf das Inter­net (lei­der immer noch nicht weit verbreitet).

Auch am Pri­vat-PC gilt: Ein Admin-Account für Instal­la­ti­on und Kon­fi­gu­ra­ti­on, ein nor­ma­ler Nut­zer mit ein­ge­schränk­ten Rech­ten für das täg­li­che Sur­fen, Mai­len und Dad­deln. Kos­tet wenig Zeit für das Umlog­gen bei Bedarf, erhöht aber das Schutz­le­vel um einiges.

Und nut­zen Sie für die Flut an Pass­wör­tern doch ein­fach einen Pass­wort-Tre­sor (kei­ne Cloud-Anbie­ter) wie Kee­pass. Eine prak­ti­sche Anlei­tung und Hil­fe fin­den Sie hier im Blog.Eine prak­ti­sche Anlei­tung und Hil­fe fin­den Sie hier im Blog.

Wei­te­re Bei­trä­ge zum The­ma Passwort

Ihr Daten­schutz­be­auf­trag­ter oder Infor­ma­ti­ons­si­cher­heits­be­auf­trag­ter unter­stützt Sie ger­ne bei die­sem The­ma. Sie haben kei­nen? Spre­chen Sie uns an.

Update 01.02.2020:
Ergän­zen von Grün­den für Pass­wort-Wech­sel, Hin­wei­se auf Umgang mit Admin-Accounts, Ver­weis auf BSI Draft Bau­stein ORP.4

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Not­fall­be­hand­lung — ein wich­ti­ges Ele­ment in der Infor­ma­ti­ons­si­cher­heit und im Datenschutz

Im Zuge der Dis­kus­si­on um Infor­ma­ti­ons­si­cher­heits­kon­zep­te und tech­ni­sche Maß­nah­men im Sin­ne der DSGVO stößt man unwei­ger­lich auf das The­ma Not­fall­ma­nage­ment. Vor­ran­gig zie­len die ergrif­fe­nen tech­ni­schen und orga­ni­sa­to­ri­schen Schutz­maß­nah­men einer Orga­ni­sa­ti­on ja dar­auf ab, Sicher­heits­vor­fäl­le und Not­fäl­le mög­lichst zu ver­mei­den. Die Ein­tritts­wahr­schein­lich­keit soll mög­lichst nahe Null lie­gen. Das dies für jede Art von Vor­fall nicht immer gelingt, liegt auf der Hand. Umso wich­ti­ger ist, von sol­chen Vor­fäl­len früh­zei­tig Kennt­nis zu erlan­gen, die­se kor­rekt zu bewer­ten und ange­mes­sen zu reagieren.

Dies setzt jedoch sen­si­bi­li­sier­te Mit­ar­bei­ter vor­aus, die im Fal­le eines Sicher­heits­vor­falls oder eines Not­falls wis­sen, was zu tun ist. Die Alli­anz für Cyber-Sicher­heit hat sich zusam­men mit dem Bun­des­amt für Sicher­heit in der Infor­ma­ti­ons­tech­nik (BSI) und eini­gen ande­ren Ein­rich­tun­gen im Hin­blick auf IT-Sicher­heits­vor­fäl­le Gedan­ken gemacht.

Die IT-Not­fall­kar­te “Ver­hal­ten bei IT-Not­fäl­len” für Mitarbeiter

Sie ken­nen das sicher noch aus der Ers­te-Hil­fe-Aus­bil­dung. Die 5 “W” für den rich­ti­gen Notruf:

  1. Wo ist das Ereignis?
  2. Wer ruft an?
  3. Was ist geschehen?
  4. Wie vie­le Betroffene?
  5. War­ten auf Rückfragen

Ana­log zu die­ser Vor­ge­hens­wei­se gibt es nun die IT-Not­fall­kar­te zum kos­ten­frei­en Down­load und zur Ver­tei­lung an Mit­ar­bei­ter bzw. Aus­hang der Kar­te. Nach Ein­trag der inter­nen Ruf­num­mer für IT-Not­fäl­le kom­men die 5 “W” für die Notfallmeldung:

  1. Wer mel­det?
  2. Wel­ches IT-Sys­tem ist betroffen?
  3. Wie haben Sie mit dem IT-Sys­tem gear­bei­tet bzw. was haben Sie beobachtet?
  4. Wann ist das Ereig­nis eingetreten?
  5. Wo befin­det sich das betrof­fe­ne IT-Sys­tem (Gebäu­de, Raum, Arbeitsplatz)?

Dar­un­ter fin­den sich eini­ge Ver­hal­tens­hin­wei­se für den oder die betrof­fe­nen Mit­ar­bei­ter. Für den Fall eines Befalls mit Kryp­to­tro­ja­nern wäre mög­li­cher­wei­se die Emp­feh­lung “Netz­werk­ka­bel zie­hen” noch recht hilf­reich gewesen.

Sehr gut hat uns die Aus­sa­ge gefal­len “Ruhe bewah­ren & IT-Not­fall mel­den. Lie­ber ein­mal mehr als ein­mal zu wenig anru­fen!”, die sich als zwei­te Über­schrift auf der Kar­te oben findet.

Top 12 Maß­nah­men bei Cyber-Angriffen

Da es nach der Mel­dung eines IT-Not­falls mit der Bear­bei­tung wei­ter­ge­hen muss, lie­fert die Alli­anz für Cyber­si­cher­heit zur wei­te­ren “Bewäl­ti­gung des Not­falls” eine Top 12 Lis­te mit. Auf die­ser fin­den sich die wich­tigs­ten Maß­nah­men zur Scha­dens­be­gren­zung und auch der Nach­be­ar­bei­tung des hof­fent­lich glimpf­lich ver­lau­fe­nen Angriffs.

Die­se Top 12 Maß­nah­men bei Cyber-Angrif­fen rich­ten sich an IT-Ver­ant­wort­li­che und Admi­nis­tra­to­ren und soll­ten an kei­nem Arbeits­platz als Hil­fe­stel­lung fehlen.

Doch damit nicht genug, pro­fes­sio­nel­les Not­fall­ma­nage­ment ist gefragt

Die­se bei­den Hil­fe­stel­lun­gen sind ein ers­ter Schritt in die rich­ti­ge Rich­tung. Doch ohne pro­fes­sio­nel­les Not­fall­ma­nage­ment wird kei­ne Orga­ni­sa­ti­on zukünf­tig aus­kom­men. Wur­den die The­men Daten­schutz und Infor­ma­ti­ons­si­cher­heit in der Ver­gan­gen­heit meist schon sehr stief­müt­ter­lich behan­delt, haben gera­de klei­ne Orga­ni­sa­tio­nen das The­ma Not­fall­ma­nage­ment gar nicht oder nur weit am Ende des Erfas­sungs­be­reichs auf dem Radar.

Hier ver­weist die Alli­anz für Cyber­si­cher­heit auf den Stan­dard 100–4 des BSI IT-Grund­schut­zes. 100–4 beschreibt eine pro­fes­sio­nel­le und sys­te­ma­ti­sche Vor­ge­hens­wei­se zur Ein­füh­rung und Wei­ter­ent­wick­lung eines Not­fall­ma­nage­ments in Orga­ni­sa­tio­nen jeg­li­cher Grö­ße und Bran­che. Bei ers­ter Durch­sicht mag das dem einen oder ande­ren Leser etwas sper­rig oder zu auf­ge­bauscht wir­ken. Und sicher emp­fiehlt es sich, in Abhän­gig­keit von der Orga­ni­sa­ti­ons­grö­ße den Stan­dard 100–4 ange­mes­sen und zweck­dien­lich umzu­set­zen. Eine stoi­sche 1:1 Umset­zung ist eher suboptimal.

Sinn und Not­wen­dig­keit für ein Not­fall­ma­nage­ment soll­ten jedoch schnell klar wer­den. Ein Not­fall ist etwas ande­res als “Kein Papier im Dru­cker”. Ok, der betrof­fe­ne Mit­ar­bei­ter mag das kurz­zei­tig so emp­fin­den 🙂 In einem Not­fall oder auch bei der Ver­ket­tung meh­re­rer Arten von Not­fäl­len ist kei­ne gro­ße Zeit, sich über die Not­fall­be­hand­lung Gedan­ken zu machen oder wich­ti­ge Infor­ma­tio­nen für die Besei­ti­gung des Not­falls zu beschaffen.

Wenn Sie mit dem The­ma lieb­äu­geln, kön­nen wir Ihnen den Kurs “Not­fall­ma­nage­ment” der Baye­ri­schen Ver­wal­tungs­schu­le wärms­tens an Herz legen. Die­ser ist nicht auf baye­ri­sche Ver­wal­tun­gen beschränkt, son­dern steht inter­es­sier­ten Teil­neh­mern aus Behör­den und Unter­neh­men aus ganz Deutsch­land offen.

Im Rah­men von Infor­ma­ti­ons­si­cher­heits­kon­zep­ten wird die Ent­wick­lung eines Not­fall­vor­sor­ge­kon­zepts und eines Not­fall­plans (erst die Ver­mei­dung, dann die Reak­ti­on, wenn es mit dem Ver­mei­den nicht geklappt hat) gefor­dert. Wer sich also mit den Stan­dards wie IT-Grund­schutz, ISIS12 oder auch der Arbeits­hil­fe (für klei­ne­re Ein­rich­tun­gen) und deren Ein­füh­rung befasst, wird um das The­ma nicht herumkommen.

Was kann a.s.k. Daten­schutz für Sie tun?

Vor­aus­ge­schickt: a.s.k. Daten­schutz ist der Dozent an der Baye­ri­schen Ver­wal­tungs­schu­le u.a. für das The­ma Not­fall­ma­nage­ment und die Aus­bil­dung von zer­ti­fi­zier­ten Infor­ma­ti­ons­si­cher­heits­be­auf­trag­ten. Im Zuge von zahl­rei­chen Sicher­heits­kon­zep­ten beglei­ten wir die Ein­füh­rung von Not­fall­vor­sor­ge­kon­zep­ten und die Erstel­lung von Not­fall­plä­nen. Selbst­ver­ständ­lich bie­ten wir die­se Dienst­leis­tung im Rah­men der Ein­füh­rung und Beglei­tung von Infor­ma­ti­ons­si­cher­heits­kon­zep­ten, aber auch flan­kie­rend zur Tätig­keit als exter­ne Infor­ma­ti­ons­si­cher­heits­be­auf­trag­te an. Spre­chen Sie uns ein­fach an. Ihren Daten­schutz­be­auf­trag­ten wird das sicher auch freuen.

Apro­pos Daten­schutz­be­auf­trag­ter: Ver­fügt Ihre Orga­ni­sa­ti­on über einen Daten­schutz­be­auf­trag­ten? Öffent­li­che Stel­len sind zur Bestel­lung unge­ach­tet der Mit­ar­bei­ter­zahl gene­rell ver­pflich­tet. Unter­neh­men benö­ti­gen einen Daten­schutz­be­auf­trag­ten ab 10 Mit­ar­bei­tern (soll­te das 2. DsAnpG den Bun­des­rat pas­sie­ren erhöht sich die Zahl auf 20), die regel­mä­ßig mit der Ver­ar­bei­tung von per­so­nen­be­zo­ge­nen Daten befasst sind. Und las­sen Sie sich kei­nen Sand in die Augen streu­en. Ob mit oder ohne Daten­schutz­be­auf­trag­ten müs­sen alle ande­ren daten­schutz­recht­li­chen Anfor­de­run­gen in Ihrer Orga­ni­sa­ti­on erfüllt sein. Wenn es kei­nen DSB gibt, muss sich jemand ande­res um die meist büro­kra­ti­schen Auf­ga­ben küm­mern. Ein­fa­cher und prag­ma­ti­scher geht es mit a.s.k. Daten­schutz als exter­ne Daten­schutz­be­auf­trag­te. For­dern Sie noch heu­te Ihr unver­bind­li­ches Ange­bot an.

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