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Elena

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Adiós Ele­na — Daten sind end­gül­tig gelöscht

Die per­so­nen­be­zo­ge­ne Daten von über 35 Mil­lio­nen Arbeit­neh­mern des Sys­tems für den elek­tro­ni­schen Ent­gelt­nach­weis (ELENA) sind end­gül­tig gelöscht. Dies berich­tet der Bun­des­be­auf­trag­te für den Daten­schutz und die Infor­ma­ti­ons­frei­heit, Peter Schaar am gest­ri­gen Tage.

Bereits Ende Dezem­ber 2011 wur­den die Schlüs­sel ver­nich­tet, die einen Zugriff auf die Daten mög­lich gemacht hät­ten. Nun folg­te die phy­si­ka­li­sche und somit end­gül­ti­ge Löschung. Der Daten­sam­me­lei waren unzäh­li­ge kon­tro­ver­se Dis­kus­sio­nen vor­aus­ge­gan­gen, ein Ent­kom­men gab es nicht:

 

ELENA soll ein­ge­stellt wer­den — das Ende von ELENA naht

ELENA — der elek­tro­ni­sche Ent­gelt­nach­weis — sorg­te in der Ver­gan­gen­heit für viel Auf­re­gung. Doch jetzt scheint das Ende besie­gelt. In einer Pres­se­mit­tei­lung des Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Wirt­schaft und Tech­no­lo­gie heißt es lapidar:

“Das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Wirt­schaft und Tech­no­lo­gie und das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Arbeit und Sozia­les haben sich nach ein­ge­hen­der Über­prü­fung des ELE­NA-Ver­fah­rens dar­auf ver­stän­digt, das Ver­fah­ren schnellst­mög­lich einzustellen.”

Grund sei die feh­len­de Ver­brei­tung der not­wen­di­gen qua­li­fi­zier­ten elek­tro­ni­schen Signa­tur. So hat dann letzt­end­lich eine grund­le­gen­de Vor­aus­set­zung aus dem Bereich Daten­schutz zum spä­ten Sieg der Kri­ti­ker und ELE­NA-Ver­wei­ge­rer geführt. Lei­der, weil erst Mil­lio­nen in die not­wen­di­ge Infra­struk­tur und Soft­ware­an­pas­sun­gen u.a. bei den Arbeit­ge­bern in ein daten­schutz­recht­lich frag­wür­di­ges Sys­tem der Vor­rats­da­ten­spcier­hung inves­tiert wer­den muss­ten, um nun doch das Ende anzu­kün­di­gen. Doch die Gel­der sol­len nicht ver­ge­bens gewe­sen sein:

“Es ist der Bun­des­re­gie­rung ein wich­ti­ges Anlie­gen, Lösun­gen auf­zu­zei­gen, die die bis­her getä­tig­ten Inves­ti­tio­nen der Wirt­schaft auf­grei­fen. Das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Arbeit und Sozia­les wird ein Kon­zept erar­bei­ten, wie die bereits bestehen­de Infra­struk­tur des ELE­NA-Ver­fah­rens und das erwor­be­ne Know-how für ein ein­fa­che­res und unbü­ro­kra­ti­sches Mel­de­ver­fah­ren in der Sozi­al­ver­si­che­rung genutzt wer­den können.”

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Daten­schutz­kon­form soll die Abwick­lung der bis­her gesam­mel­ten Daten erfol­gen. Der Zweck ent­fällt, die unver­züg­li­che Löschung soll voll­zo­gen wer­den. Wei­ter­hin will man die Arbeit­ge­ber von der elek­tro­ni­schen Mel­de­pflicht ent­bin­den. Ein not­wen­di­ger Geset­zes­ent­wurf soll zeit­nah vor­lie­gen. Ein ver­bun­de­ner Blog mel­det zu Recht “Tod einer Daten­kra­ke”.

Hilf­rei­che Datenschutz-Links

  • Wol­len Sie die Risi­ken aus dem Bun­des­da­ten­schutz­ge­setz für Ihr Unter­neh­men mini­mie­ren? Eine pas­sen­de Lösung fin­den Sie sicher in unse­rem Leis­tungs­an­ge­bot.
  • Unsi­cher, ob für Ihr Unter­neh­men die gesetz­li­che Bestell­pflicht für einen (exter­nen) Daten­schutz­be­auf­trag­ten vor­liegt? Die Ant­wort gibt unser Daten­schutz-Quick-Check, sie­he Leis­tun­gen.
  • Sie wol­len eine unab­hän­gi­ge Prü­fung, wie gut es um Daten­schutz und Daten­si­cher­heit in Ihrem Unter­neh­men bestellt ist? Kein Pro­blem mit unse­ren Leis­tun­gen.
  • Schu­lungs­be­darf für Ihre Mit­ar­bei­ter? Zusätz­li­che Trai­nings und Work­shops rund um Daten­schutz und Daten­si­cher­heit? Erfah­ren Sie mehr über unse­re Schu­lun­gen und Semi­na­re.
  • Anlei­tun­gen, Rat­ge­ber und Links, die das täg­li­che Arbei­ten erleich­tern und hel­fen kön­nen, Daten­pan­nen zu ver­mei­den, fin­den Sie in der Rubrik Anlei­tun­gen /​ Rat­ge­ber.

ELENA (elek­tro­ni­scher Ent­gelt­nach­weis) — Hin­ter­grün­de, Fak­ten, Sicher­heit, Kla­ge, Stand der Dinge

Viel und kon­tro­vers dis­ku­tiert — ELENA. Doch was steckt dahinter?

Seit Jah­res­be­ginn 2010 sind alle Arbeit­ge­ber in Deutsch­land ver­pflich­tet, Ent­gelt­da­ten Ihrer Arbeit­neh­mer an eine zen­tra­le Daten­bank der Deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung elek­tro­nisch zu über­mit­teln. Grund­la­ge sind Beschlüs­se vom 28.03.2009 (das sog. ELE­NA-Ver­fah­rens­ge­setz) im Rah­men der Hartz-Geset­ze zur Ent­bü­ro­kra­ti­sie­rung. Begrün­dung: hohe Ein­spar­po­ten­tia­le durch Ersatz der Papier­flut bei Ein­kom­mens­nach­wei­sen für den Erhalt von Sozi­al­leis­tun­gen wie Wohn­geld, Arbeits­lo­sen­geld, Kin­der­geld etc.

Über­mit­telt und gespei­chert wer­den neben den rei­nen Ent­gelt­da­ten (was der Name ELENA impli­ziert) zusätz­li­che Anga­ben wie

  • Besteue­rung
  • Sozi­al­ver­si­che­rungs­ver­hält­nis­se
  • Beginn und Ende des Beschäftigtenverhältnis
  • Abmah­nun­gen
  • Kün­di­gungs­grün­de.

Ursprüng­lich ange­dacht war eben­falls die Über­mitt­lung von Streik- und Aus­sper­rungs­zei­ten. Die­se wer­den nach Pro­tes­ten mitt­ler­wei­le nur noch als “sons­ti­ge Fehl­zei­ten” erfasst.

Für die Sicher­heit der Daten von ELENA soll ein pseud­ony­mi­sier­tes Abla­ge­ver­fah­ren sor­gen, heisst die Anga­ben wer­den nicht unter dem Real­na­men des Arbeit­neh­mers abge­spei­chert. Mit­tels einer Signa­tur­kar­te gibt ab 2012 ein Beschäf­tig­ter der anfra­gen­den Stel­le sei­ne gespei­cher­ten Daten in ELENA frei. Die anfra­gen­de Behör­de muss sich eben­falls legi­ti­mie­ren und für den Zugriff berech­tigt sein.

Kri­ti­siert wer­den sei­tens der Daten­schüt­zer, aber auch von ande­rer Seite:

  • die Anla­ge einer hoch­sen­si­blen zen­tra­len Daten­bank mit Daten über ca. 40 Mil­lio­nen Arbeitnehmer
  • die Mög­lich­keit, sich mit­tels der Daten ein umfang­rei­ches Bild über die wirt­schaft­li­che Situa­ti­on des Betrof­fe­nen ver­schaf­fen zu können
  • die lan­ge Spei­cher­dau­er von 5 Jahren
  • die Ver­schlüs­se­lung der Daten erst nach Ein­gang bei ELENA

Am 31.03.2010 wur­de gegen ELENA beim Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt in Karls­ru­he Ver­fas­sungs­be­schwer­de durch den FoeBuD e.V., wei­te­ren Daten­schutz­or­ga­ni­sa­tio­nen und den pro­zess­be­voll­mäch­tig­ten Anwäl­ten Mein­hard Sta­ros­tik und Domi­nik Boecker ein­ge­reicht. Begrün­dung: das Recht auf infor­ma­tio­nel­le Selbst­be­stim­mung des Ein­zel­nen wer­de durch Art und Umfang ver­letzt. Die not­wen­di­gen 21.000 Unter­zeich­ner für eine sol­che Beschwer­de wur­den zuvor mit ent­spre­chen­dem media­len Auf­wand gesammelt.

Update 04.07.2010:

Focus online berich­tet in sei­ner heu­ti­gen Online-Aus­ga­be, daß Wirt­schafts­mi­nis­ter Brü­der­le geneigt ist, die umstrit­te­ne und umfäng­li­che Arbeit­neh­mer­da­ten­spei­che­rung ELENA auf unbe­stimm­te Zeit aus­zu­set­zen — aus Kos­ten­grün­den. Die Belas­tun­gen für die öffent­li­chen Haus­hal­te dürf­ten nicht explo­die­ren. Eine wirk­li­che Ent­las­tung für den Mit­tel­stand sieht er eben­falls noch nicht als erwie­sen an.

Update 21.07.2010:

Es ist anschei­nend bei der Nei­gung geblie­ben, ELENA zu stop­pen. Nach ers­ten hit­zi­gen Dis­kus­sio­nen und zahl­rei­chen Medi­en­be­rich­ten ist das The­ma in der Ver­sen­kung ver­schwun­den. Kei­ner der Betei­lig­ten ver­liert mehr ein Wort über den mög­li­chen Stopp oder das vor­zei­ti­ge Aus von ELENA. Ich hal­te Sie informiert.

Update 22.09.2010:

Laut einer Mel­dung der c’t lehnt das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt den Eil­an­trag gegen ELENA ab. Es ver­weist auf das Haupt­sa­che­ver­fah­ren, das in 2011 fol­gen wird.

Update 21.11.2010:

Wenn nun auch ande­re Grün­de aus­schlag­ge­bend waren, als die ursprüng­li­chen Befür­wor­ter eines ELE­NA-Stopps ins Feld führ­ten, so ist es nun doch amt­lich. DIE ZEIT online berich­tet, der Start der Daten­über­mitt­lung mit ELENA ist auf den 01.Januar 2014 ver­scho­ben — aus Kos­ten­grün­den. Inwie­weit die schon in 2010 gestar­te­te Daten­über­tra­gung  — als ers­te Stu­fe von ELENA — an die zen­tra­le Spei­cher­stel­le bei der Deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung von die­sem Stopp eben­falls betrof­fen ist, steht noch nicht fest.

Nütz­li­che Links: Daten­schutz, Geset­ze, Auf­sichts­be­hör­den, Datenschutzbeauftragter

Um Ihnen das zeit­rau­ben­de Suchen der mit dem The­ma Daten­schutz ver­bun­de­nen Links im Inter­net zu erspa­ren, hier eine Zusam­men­stel­lung wich­ti­ger Inter­net­adres­sen mit Geset­zes­tex­ten und Infor­ma­tio­nen rund um das The­ma Daten­schutz, Daten­schutz­ge­set­ze, Daten­schutz­be­auf­trag­ter und Aufsichtsbehörden.

Recht­li­ches

Hilf­rei­ches

Daten­schutz­be­auf­trag­ter

Auf­sichts­be­hör­den für den nicht-öffent­li­chen Bereich (Unter­neh­men etc.)

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