Neue Abmahn­fal­le durch Dienst­leis­tungs-Infor­ma­ti­ons­pflich­ten-Ver­ord­nung (DL-InfoV)

Inter­net Anbie­tern droht neu­es Unge­mach. Aus­lö­ser ist die Dienst­leis­tungs-Infor­ma­ti­ons­pflich­ten-Ver­ord­nung, die zum 18.05.2010 in Kraft getre­ten ist. Deren Grund­la­ge ist eine euro­päi­sche Richt­li­nie aus 2006, die nun durch die Bun­des­re­gie­rung in natio­na­les Recht umge­setzt wur­de. Ziel der Richt­li­nie ist es, dis­kri­mi­nie­ren­de Bestim­mun­gen der Anbie­ter gegen­über Kun­den zu ver­hin­dern und ins­ge­samt den Ver­brau­cher­schutz zu stär­ken. Die vor­ge­schrie­be­nen Pflicht­in­for­ma­tio­nen für Web­auf­trit­te aus ver­schie­de­nen Berei­chen (BGB, TMG etc.) wur­den für die­sen Zweck über­ar­bei­tet und erweitert.

Die­se Anga­ben müs­sen stets für den Besu­cher prä­sent sein (§ 2 DL-InfoV 888/​09):

  • voll­stän­di­ger Name (Vor- und Fami­li­en­na­me) bei Ein­zel­per­so­nen oder Fir­mie­rung inkl. Rechts­form bei juris­ti­schen Per­so­nen oder rechts­fä­hi­gen Personengesellschaften
  • Tele­fon­num­mer, Email­adres­se und sofern vor­han­den kom­plet­te Anschrift der Nie­der­las­sung oder ladungs­fä­hi­ge Anschrift
  • Ein­trag im Handels‑, Vereins‑, Part­ner­schafts- oder Genos­sen­schafts­re­gis­ter unter Anga­be des Regis­ter­ge­richts und der Registernummer
  • Name und Anschrift der zustän­di­gen Behör­de bei erlaub­nis­pflich­ti­gen Tätigkeiten
  • die gesetz­li­che Berufs­be­zeich­nung, sofern ein regle­men­tier­ter Beruf aus­geb­übt wird
  • Umsatz­steu­er-Iden­ti­fi­ka­ti­ons­num­mer
  • wesent­li­che Merk­ma­le und Beschrei­bung der zu erbrin­gen­den Dienstleistung
  • Anga­ben zu einer Berufs­haft­pflicht, sofern vor­han­den und ins­be­son­de­re den Namen und die Anschrift des Ver­si­che­rers und den räum­li­chen Geltungsbereich
  • die All­ge­mei­nen Geschäftsbedingungen
  • Infor­ma­ti­on über das auf den Ver­trag anwend­ba­re Recht und über den Gerichtsstand
  • über die gesetz­li­che Gewähr­leis­tungs­pflicht hin­aus­ge­hen­de Garantien

Auf Anfra­ge sind wei­te­re Infor­ma­tio­nen zur Ver­fü­gung zu stel­len, sofern die­se nicht bereits zusam­men mit den obi­gen Punk­ten benannt wur­den (§ 3 DL-InfoV):

  • Anga­ben zur Berufs­qua­li­fi­ka­ti­on und der Hin­weis auf die berufs­recht­li­chen Regelungen
  • Anga­ben zu Tätig­keits­be­rei­che über­schrei­ten­de Leis­tun­gen und einer mög­li­chen Zusam­men­ar­beit mit wei­te­ren Per­so­nen, die in direk­tem Zusam­men­hang mit der Dienst­leis­tung stehen
  • Anga­be, wel­chen Ver­hal­tens­ko­di­zes sich der Anbie­ter unter­wor­fen hat
  • Anga­ben zu mög­li­chen außer­ge­richt­li­chen Schlichtungsverfahren

Um Abmah­nun­gen vor­zu­beu­gen, soll­ten die­se Ände­run­gen zeit­nah in Web­auf­trit­te ein­ge­pflegt und ergänzt wer­den. Betrof­fen sind erst ein­mal alle Dienst­leis­ter, die ihr Ange­bot im Inter­net prä­sen­tie­ren, also auch Frei­be­ruf­ler wie Bera­ter, Anwäl­te etc.

Die wei­te­ren Para­gra­phen befas­sen sich mit

  • § 4 Erfor­der­li­che Preisangaben
  • § 5 Ver­bot dis­kri­mi­nie­ren­der Bestimmungen
  • § 6 Ordnungswidrigkeiten
Emp­feh­lens­wert ist die voll­stän­di­ge Lek­tü­re die­ser Ver­ord­nung. Soll­ten Sie wei­te­re Fra­gen haben, spre­chen Sie mich bit­te an.

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