Update vom 03.05.2011

Mit Beschluss vom 20.08.2010 unter dem Akten­zei­chen 2 Ss 23/​07, 1 Ws (B) 51/​07 — 2 Ss 23/​07 hat das Kam­mer­ge­richt Ber­lin fest­ge­stellt, daß die Bestim­mun­gen der BRAO kei­ne “bereichs­spe­zi­fi­schen Son­der­re­ge­lun­gen” im Sin­ne des § 1 Absatz 3 Satz 1 BDSG dar­stel­len. Die BRAO ent­hal­te ledig­lich berufs­recht­li­che Bestim­mun­gen, deren Zweck nicht dar­in bestehe, die Daten von Pro­zess­geg­nern oder von außen­ste­hen­den Per­so­nen zu schüt­zen. Das sei viel­mehr Sache des BDSG.

Das BDSG berüh­re jedoch nicht die gesetz­li­chen Geheim­hal­tungs­pflich­ten. Zu die­sen Pflich­ten gehört nach Auf­fas­sung des Gerichts auch die Geheim­hal­tungs­pflicht des Rechtsanwalts.

Dies bedeu­tet, daß Rechts­an­wäl­te dem­nach den gesetz­li­chen Bestim­mun­gen des BDSG unter­wor­fen sind, wor­an die Kam­mer in ihrer aus­führ­li­chen Begrün­dung kei­nen Zwei­fel ließ. Es gilt nun für Anwäl­te, die für sie zutref­fen­den Punk­te des BDSG in ihrer Kanz­lei umzu­set­zen (sie­he unten)

Ori­gi­nal­ar­ti­kel vom 12.11.2010

In Gesprä­chen mit Anwäl­ten, aber auch mit Steu­er­be­ra­tern trifft  man häu­fig auf das Argu­ment, die Rege­lun­gen des Bun­des­da­ten­schutz­ge­setz (BDSG) wür­den die Kanz­lei oder den Anwalt nicht betref­fen, da es eige­ne Rege­lun­gen zur Ver­schwie­gen­heit und Ver­trau­lich­keit gäbe.

Das Bun­des­da­ten­schutz­ge­setz sieht hier klar vor, das für Sach­ver­hal­te, die durch kein bereich­spe­zi­fi­sches Recht expli­zit geregtl wer­den, die (all­ge­mei­ne­ren) Rege­lun­gen des Bun­des­da­ten­schutz­ge­set­zes zum Tra­gen kom­men. Dazu gehö­ren ins­be­son­de­re Punk­te wie

  • Ver­fah­rens­ver­zeich­nis­se
  • Daten­schutz­re­ge­lun­gen
  • Nut­zungs­richt­li­ni­en
  • IT Sicher­heit
  • Back­up- und Recovery-Strategien
  • Ver­schlüs­se­lung und Signatur
  • Bestell­pflicht eines Datenschutzbeauftragten
  • Auf­trags­da­ten­ver­ar­bei­tung exter­ne Dienst­leis­ter z.B. Fern­war­tung etc.

Die Bri­sanz des The­mas, u.a. die mit Ver­stö­ßen gegen das BDSG ver­bun­de­nen Buß­gel­dri­si­ken hat der Deut­sche Anwalt­ver­ein in sei­ner Depe­che 2010–42 auf­ge­grif­fen und zusätz­lich eine Check­lis­te mit Emp­feh­lun­gen zur Umset­zung in der Kanz­lei her­aus­ge­ge­ben. Hier­in ver­weist der DAV auf die Mög­lich­keit der Bestel­lung eines exter­nen Daten­schutz­be­auf­trag­ten (bei vor­lie­gen­der Bestell­pflicht), aber auch auf die Inan­spruch­nah­me eines exter­nen Daten­schutz­be­ra­ters für die Sicher­stel­lung der not­wen­di­gen Umset­zun­gen und Formulierungen.

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Hilf­rei­che Links

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One thought on “Daten­schutz in der Anwaltskanzlei

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