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Mangel

RTF-Doku­ment nutzt älte­re Office Schwach­stel­le aus und bringt Back­door-Tro­ja­ner mit

Micro­soft mel­det (exter­ner Link zu Twit­ter) eine aktu­el­le Bedro­hung mit Schwer­punkt Euro­pa über eine älte­re Schwach­stel­le in Micro­soft Office. Mit­tels eines prä­pa­rier­ten RTF Doku­ments infi­ziert sich das Win­dows-Sys­tem mit einem Back­door-Tro­ja­ner, der das Aus­füh­ren wei­te­ren Codes auf dem befal­le­nen Sys­tem zulässt. Die Schwach­stel­le wur­de bereits 2017 im CVE-2017–1182 (exter­ner Link) beschrie­ben. Micro­soft emp­fiehlt allen Office-Anwen­dern, das aktu­el­le Patch-Level zu prü­fen. Die not­wen­di­gen Update für Office 2007–2016 fin­den Sie im unte­ren Teil der CVE.

Lan­des­da­ten­schutz­be­hör­den prü­fen Cloud-Ein­satz in Unternehmen

Die Lan­des­da­ten­schutz­be­hör­den in Bay­ern, Ber­lin, Bre­men, Ham­burg, Meck­len­burg-Vor­pom­mern, Nie­der­sach­sen, Nord­rhein-West­fa­len, Rhein­land-Pfalz, Saar­land und Sach­sen-Anhalt wäh­len per Zufall 500 Unter­neh­men in die­sen Bun­des­län­dern aus. Die­se erhal­ten im Zuge der Prü­fung einen aus­führ­li­chen Fra­ge­bo­gen (Down­load zur Selbst­über­prü­fung hier) zur zeit­na­hen Beant­wor­tung. Bit­te beach­ten Sie: Sie sind gemäß Bun­des­da­ten­schutz­ge­setz gegen­über der Behör­de aus­kunfts­pflich­tig. Neh­men Sie die Anfra­ge ernst und ertei­len Sie inner­halb des genann­ten Rück­mel­de­zeit­raums aus­führ­lich Aus­kunft. Es besteht sonst ein Buß­gel­dri­si­ko für Ihre Organisation.

“[…] vie­le klei­ne­re und mitt­le­re Unter­neh­men in Deutsch­land ver­ar­bei­ten inzwi­schen zahl­rei­che per­so­nen­be­zo­ge­ne Daten (z. B. von Kun­den, Mit­ar­bei­tern oder Bewer­bern) häu­fig auf Ser­vern exter­ner Dienst­leis­ter, oft außer­halb der Euro­päi­schen Uni­on. Dies ist vor allem bei Ange­bo­ten wie dem sog. Soft­ware as a Ser­vice der Fall. Ein klas­si­sches Bei­spiel hier­für sind Office-Anwen­dun­gen „aus dem Inter­net“, die stand­ortu­n­ab­hän­gig und fle­xi­bel genutzt wer­den können.”

Inhalt­lich beschäf­tigt sich der Fra­ge­bo­gen daher zu Beginn mit gene­rel­len Daten­über­mitt­lun­gen außer­halb der EU (USA, sons­ti­ge Drittstaaten).

“Ein wich­ti­ges Ziel der Prü­fung liegt in der Sen­si­bi­li­sie­rung der Unter­neh­men für Daten­über­mitt­lun­gen in Län­der außer­halb der Euro­päi­schen Uni­on. Um Unter­neh­men das Auf­fin­den sol­cher Über­mitt­lun­gen zu erleich­tern, wird auch gezielt nach dem Ein­satz von Pro­duk­ten und Leis­tun­gen exter­ner Anbie­ter gefragt, die – nach bis­he­ri­gen Erfah­run­gen der Auf­sichts­be­hör­den – mit einer Über­mitt­lung per­so­nen­be­zo­ge­ner Daten in Nicht-EU-Staa­ten ver­bun­den sind.”

Im zwei­ten Teil wird es ziem­lich kon­kret im Hin­blick auf in der Cloud ein­ge­setz­te Lösun­gen wie Rei­se­ma­nage­ment, Cus­to­mer-Rela­ti­ons­hip-Manage­ment, Bewer­ber­por­ta­le bis hin zu kom­plet­ten Recruit­ment und Per­so­nal­ver­wal­tung und Abrech­nung, Cloud-Spei­cher, News­let­ter-Ser­vices, Cloud Office, aber auch Kol­la­bo­ra­ti­ons­platt­for­men. Hier wol­len die Behör­den sehr kon­kre­te Anga­ben zu den genutz­ten Anbie­tern und Lösungen.

Abge­schlos­sen wird der Fra­ge­bo­gen mit Anga­ben zum betrieb­li­chen Daten­schutz­be­auf­trag­ten. Die­sen soll­ten Sie bei Vor­lie­gen der gesetz­li­chen Bestell­pflicht hof­fent­lich benen­nen kön­nen und in die Beant­wor­tung des Fra­ge­bo­gens ein­be­zo­gen haben.

„Über­mitt­lun­gen per­so­nen­be­zo­ge­ner Daten in Nicht-EU-Staa­ten gehö­ren inzwi­schen auch bei vie­len mit­tel­stän­di­schen Unter­neh­men zum All­tag, nicht zuletzt auf­grund der immer stär­ke­ren Ver­brei­tung von Ange­bo­ten des Cloud Com­pu­ting. Unter­neh­men müs­sen sich aber des­sen bewusst sein, dass hier­für beson­de­re daten­schutz­recht­li­che Anfor­de­run­gen gel­ten. Durch die koor­di­nier­te Prüf­ak­ti­on, an der sich zehn deut­sche Daten­schutz­auf­sichts­be­hör­den betei­li­gen, wol­len wir auch die Sen­si­bi­li­tät der Unter­neh­men in die­sem Bereich erhö­hen.“ betont Tho­mas Kra­nig, der Prä­si­dent des Baye­ri­schen Lan­des­am­tes für Daten­schutz­auf­sicht. „Aus­ge­hend von der Beant­wor­tung des Fra­ge­bo­gens kann und wird das Baye­ri­sche Lan­des­amt für Daten­schutz­auf­sicht dort, wo sich dies als not­wen­dig zeigt, auch in eine tie­fe­re Prü­fung einsteigen.“ 

Sie haben einen sol­chen Fra­ge­bo­gen erhal­ten, jedoch kei­nen betrieb­li­chen Daten­schutz­be­auf­trag­ten zur Beant­wor­tung parat? Spre­chen Sie uns an.

Quel­le: https://​www​.lda​.bay​ern​.de/​m​e​d​i​a​/​p​m​2​0​1​6​_​0​9​.​pdf

Daten­pan­ne bei DuMont: Benut­zer­na­men und Pass­wör­ter frei einsehbar

Am gest­ri­gen Sonn­tag wur­de gemel­det, Nut­zer­kon­ten samt Daten von regis­trier­ten Nut­zern der Web­sei­te des DuMont-Ver­lags stan­den stun­den­lang unge­schützt im Netz. Wäh­rend der Ver­lag von einem Hacker­an­griff spricht, scheint eini­ges für inter­ne Schlam­pe­rei zu spre­chen (spie​gel​.de)

Der Ver­lag nahm die betrof­fe­nen Web­sei­ten eini­ge Stun­den nach Mel­dung der Daten­pan­ne off­line. Sie sol­len im Lau­fe des heu­ti­gen Tages wie­der ans Netz gehen. Fatal: Neben den Benut­zer­na­men waren die Pass­wör­ter im Klar­text abge­spei­chert. Nach eige­nen Anga­ben des Ver­lags wur­den die Pass­wör­ter der betrof­fe­nen Accounts zurückgesetzt.

Die Auf­trags­ver­ar­bei­tung — Beson­der­hei­ten des Daten­schutz­rechts beim Outsourcing

Um was geht es bei Auf­trags­ver­ar­bei­tung (frü­her Auftragsdatenverarbeitung)?

Ein sper­ri­ger Begriff für einen ein­fa­chen Sach­ver­halt. Auf­trags­ver­ar­bei­tung meint das klas­si­sche Out­sour­cing an einen exter­nen Dienst­leis­ter. Nur sind in die­sem spe­zi­el­len Fall per­so­nen­be­zo­ge­ne Daten betrof­fen. Für die­sen Fall hat die DSGVO den Arti­kel 28 BDSG “Auf­trags­ver­ar­bei­ter” vorgesehen.

Um ein mög­lichst hohes Schutz­ni­veau zu gewähr­leis­ten und das Risi­ko von Daten­pan­nen bei der Aus­la­ge­rung auf Sub­un­ter­neh­mer zu mini­mie­ren, sieht Arti­kel 28 DSGVO eini­ge Auf­la­gen vor. Um die Bedeu­tung und Ernst­haf­tig­keit des The­mas zu unter­strei­chen, ste­hen auf eine feh­len­de oder feh­ler­haf­te Umset­zung emp­find­li­che Bußgelder.

Was fällt alles unter den Begriff Auftragsverarbeitung?

Am ein­fachs­ten läßt sich das an kon­kre­ten Bei­spie­len erklä­ren. Von einer Auf­trags­ver­ar­bei­tung spricht man im Falle

  • der Nut­zung einer Mai­ling­agen­tur oder eines Let­ter­shops zum Erstel­len und Ver­sand von Anschrei­ben, die an natür­li­che Per­so­nen gerich­tet sind oder
  • der Durch­füh­rung der monat­li­chen Gehalts­ab­rech­nung durch eine exter­ne Lohn- und Gehalts­ab­rech­nungstel­le (nicht Steu­er­be­ra­ter) oder
  • des Ein­sat­zes einer extern gehos­te­ten Soft­ware zur Ver­wal­tung und zum Ver­sand von News­let­tern oder
  • der Beauf­tra­gung eines exter­nen Call­cen­ter oder Office-Ser­vices oder
  • dem teil­wei­sen oder voll­stän­di­gen Aus­la­gern des Rechen­zen­trums oder
  • Soft­ware as a Ser­vice /​ Cloud-Lösun­gen oder
  • in vie­len ähn­li­chen ver­gleich­ba­ren Fäl­len — fra­gen Sie Ihren Daten­schutz­be­auf­trag­ten oder gleich uns.

Dar­un­ter fal­len aber auch Leis­tun­gen wie War­tung /​ Kon­fi­gu­ra­ti­on /​ Instal­la­ti­on von Hard- und Soft­ware eben­falls unter die Anwen­dung von Art. 28 DSGVO und sind ent­spre­chend zu regeln. Dabei ist es uner­heb­lich, ob Ihr Dienst­leis­ter das auch so sieht. Sie als Auf­trag­ge­ber sind ver­ant­wort­lich und zah­len am Ende auch das Bußgeld.

Was ist bei einer Auf­trags­ver­ar­bei­tung zu tun?

Schritt 1: Identifizieren

Bereits vor Beginn der Zusam­men­ar­beit muss ein Dienst­leis­ter auf sein Schutz­ni­veau hin geprüft und mit der pas­sen­den Ver­ein­ba­rung zur Auf­trags­da­ten­ver­ar­bei­tung schrift­lich ver­ein­bart sein. Soll­ten Sie mit dem Dienst­leis­ter bereits zusam­men­ar­bei­ten, dann ist schnel­les Han­deln angebracht.

Schritt 2: Prüfen

Sind alle exter­nen Dienst­leis­ter, die unter Art. 28 DGSVO fal­len, iden­ti­fi­ziert oder bereits bekannt, kommt Schritt 2. Es gilt nun das vor­han­de­ne Schutz­ni­veau des Dienst­leis­ters zu prü­fen. Die soge­nann­ten tech­ni­schen und orga­ni­sa­to­ri­schen Maß­nah­men müs­sen aktu­ell und dem not­wen­di­gen Schutz­be­darf für die betrof­fe­nen Daten ent­spre­chen. Bei Lücken sind die­se durch den Dienst­leis­ter zu schlie­ßen oder bei Bedarf ein alter­na­ti­ver Dienst­leis­ter aus­zu­wäh­len. Die Prü­fung sowie des­sen Ergeb­nis sind zu doku­men­tie­ren, damit die­se spä­ter belegt wer­den können.

Schritt 3: Vereinbaren

Alle von Art. 28 DSGVO betrof­fe­nen Dienst­leis­ter soll­ten nun bekannt sein. Das Schutz­ni­veau ist geprüft und aus­rei­chend vor­han­den. Nun kommt Schritt 3 der Auf­trags­ver­ar­bei­tung: die schrift­li­che Vereinbarung.Hier kann viel falsch gemacht wer­den. Über­se­hen Sie einen Rege­lungs­punkt, den die DSGVO vor­sieht, spricht man von einer feh­ler­haf­ten Auf­trags­ver­ar­bei­tung. Die­se ist mit einem Buß­geld risi­ko­be­haf­tet. Auch die Nut­zung der zahl­rei­chen im Inter­net auf­find­ba­ren Vor­la­gen zur Auf­trags­ver­ar­bei­tung kön­nen davor nicht bewah­ren. Vie­le die­ser Vor­la­gen sind lei­der immer noch ver­al­tet, unvoll­stän­dig oder mit Vor­schrif­ten ver­se­hen, die gegen ande­re Rech­te /​ Geset­ze verstoßen.

Schritt 4: Nachprüfen

Iden­ti­fi­ka­ti­on der Dienst­leis­ter voll­stän­dig. Prü­fen des Schutz­ni­veaus erfolgt und doku­men­tiert. Not­wen­di­ge Ver­ein­ba­rung schrift­lich mit dem Dienst­leis­ter geschlossen.

Falsch liegt, wer meint, der Vor­gang sei nun abge­schlos­sen. In regel­mä­ßi­gen Abstän­den müs­sen Sie sich jetzt von dem Erhalt oder der Ver­bes­se­rung des Schutz­ni­veaus Ihres Dienst­leis­ters über­zeu­gen. Die Prü­fung muss eben­falls wie­der nach­voll­zieh­bar und beleg­bar doku­men­tiert werden.

Schritt 5: Über­le­gen, ob Sie sich das wirk­lich alles selbst antun wollen

Wenn Sie sich weder mit den Risi­ken noch dem Zeit­auf­wand für das The­ma Auf­trags­ver­ar­bei­tung aus­ein­an­der­set­zen wol­len, dann las­sen Sie uns das über­neh­men. Wie das geht? Ganz ein­fach — spre­chen Sie uns an und wir infor­mie­ren Sie unver­bind­lich über unse­re Dienst­leis­tun­gen rund um die Auftragsverarbeitung.

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