Datenpanne (c) Sascha Kuhrau

Sen­si­ble Pati­en­ten­da­ten in Kli­nik ver­schwun­den — Datenpanne

Datenpanne (c) Sascha KuhrauDIE WELT berich­tet heu­te nach­mit­tag online von einer Daten­pan­ne in zwei Kli­ni­ken in Baden-Württemberg:

 Siche­rungs­bän­der bei Ziga­ret­ten­pau­se verbummelt

Der zustän­di­ge IT-Mit­ar­bei­ter ist wie jeden Tag mit den Siche­rungs­bän­dern auf dem Weg vom Ser­ver­raum zum Tre­sor. Unter­wegs hält er an einer Ram­pe für eine kur­ze Rauch­pau­se an, legt die Bän­der auf einem Tisch ab. Nach der Pau­se ging er wie­der an sei­ne Arbeit, jedoch ohne die Siche­rungs­bän­der. Als er sei­nen Feh­ler nach eini­ger Zeit bemerk­te und an den Pau­sen-Ort zurück­kehr­te, waren die Siche­rungs­bän­der ver­schwun­den. Erschwe­rend kommt hin­zu, dass der Mit­ar­bei­ter den Vor­fall erst eine Woche spä­ter mel­de­te und auch das inter­ne Siche­rungs­kon­troll­sys­tem das Ver­schwin­den der Bän­der nicht auf­ge­deckt hat.

Sen­si­ble Pati­en­ten­da­ten betroffen

300.000 Daten­sät­ze sol­len die Bän­der umfasst haben. Dar­un­ter voll­stän­di­ge Pati­en­ten­ak­ten, Laborda­ten, Befun­de, Arzt­brie­fe und Schrift­ver­kehr bis zurück ins Jahr 1996.

Daten­schutz­be­hör­de spricht von gra­vie­ren­dem Vorfall

Die Kli­nik­lei­tung beteu­ert, ledig­lich die Arzt­brie­fe kön­nen aus­ge­le­sen wer­den. Für alle wei­te­ren Daten sei spe­zi­el­le Hard- und Soft­ware not­wen­dig. Wei­te­re Aus­füh­run­gen über eine zusätz­li­che Ver­schlüs­se­lung wur­den nicht getä­tigt. Auf­grund der Sen­si­bi­li­tät der Daten und der erschre­ckend hohen Men­ge spricht der Lan­des­da­ten­schutz­be­auf­trag­te von Baden-Würt­tem­berg, Jörg Kling­beil von einem gra­vie­ren­den Vorfall.

§ 42a BDSG Infor­ma­ti­ons­pflicht bei unrecht­mä­ßi­ger Kennt­nis­er­lan­gung von Daten

Lt. Kling­beil hat die Kli­nik nicht gegen § 42a BDSG ver­sto­ßen. Die Daten­pan­ne, wur­de wenn auch ver­spä­tet, kor­rekt gemel­det und durch Anzei­gen in über­re­gio­na­len Zei­tun­gen bekannt gemacht. Dies geschah zwar mit Ver­zö­ge­rung, jedoch auf Bit­ten der Staats­an­walt­schaft, um die Ermitt­lun­gen zu die­sem Zeit­punkt nicht zu gefähr­den. Alles wei­te­re müs­se jetzt geklärt werden.

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